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Illegaler Welpenhandel in Deutschland: die Zahlen für 2025

Die Jahresauswertung des Deutschen Tierschutzbundes zum illegalen Heimtierhandel ist die einzige regelmäßig fortgeschriebene Sammlung bekannt gewordener Fälle in Deutschland. Sie liegt für 2025 mit Stand Mai 2026 vor. Hier stehen ihre Zahlen mit den Einschränkungen, die dazugehören – und mit den Stellen, an denen die Datengrundlage dünn wird.

4 geprüfte Quellen · Foto: Unsplash

Drei junge Straßenhunde sitzen nebeneinander auf einem Schotterweg

Die Kernzahlen für 2025

KennzahlWert für 2025
Fälle illegalen Transports oder Handels257
betroffene Tiere insgesamt2.250
davon von Behörden beschlagnahmt2.151 (95,60 Prozent)
Hunde598
Katzen56
Tiere anderer Arten1.596
Fälle illegaler Zuchten innerhalb Deutschlands11 mit 210 beschlagnahmten Tieren

Die Gesamtzahl von 2.250 Tieren ist höher als im Vorjahr. Sie ist aber keine Welpenzahl, und sie sollte auch nicht als solche zitiert werden: Der Block „andere Arten“ mit 1.596 Tieren geht ganz überwiegend auf eine einzelne Beschlagnahmung von rund 1.500 Vogelspinnen zurück. Wer über Hunde spricht, spricht über 598 Tiere in einem Jahr.

Wie die Zahlen entstehen und wo sie enden

Der Titel der Auswertung nennt die Einschränkung selbst: bekannt gewordene Fälle. Erfasst ist, was aufgefallen ist. Ein Transport, der die Grenze ohne Kontrolle passiert, und eine Übergabe, bei der niemand das Veterinäramt einschaltet, erscheinen in keiner Zeile.

Die zweite Einschränkung steckt in den Untermengen, mit denen der Bericht arbeitet. Zum Alter der Tiere lagen in 158 Fällen genaue Angaben vor, zum Gesundheitszustand in 116 der 250 Fälle mit Hunden und Katzen, zum Bundesland in 248 der 257 Fälle. Die viel zitierten Prozentwerte beziehen sich jeweils auf diese Teilmengen, nicht auf alle 257 Fälle. Das macht sie nicht schwächer, aber es macht sie präziser lesbar.

Herkunft: Rumänien, Bulgarien, Türkei, Ungarn

Rumänien steht mit 85 Fällen und einem Anteil von 36,96 Prozent an der Spitze – im zehnten Jahr in Folge. Bulgarien folgt mit 52 Fällen und 22,61 Prozent, danach Türkei und Ungarn mit je zwölf Fällen. Die Rangfolge ist über die Jahre erstaunlich stabil, was gegen die Erklärung spricht, es handele sich um eine Häufung einzelner Ausreißer.

Wo aufgegriffen wird: Bayern, Sachsen, Hamburg

128 der 248 Fälle mit Bundeslandangabe wurden in Bayern dokumentiert, 51,61 Prozent. Es folgen Sachsen mit 64 und Hamburg mit 21 Fällen. Diese Verteilung beschreibt zunächst, wo kontrolliert und aufgegriffen wird – Transitrouten, Grenznähe, Kontrolldichte. Sie belegt nicht, dass in Bayern am meisten gekauft wird; eine Nachfrageaussage lässt sich aus Aufgriffszahlen nicht ableiten.

Zu jung: 86 Prozent der Fälle mit Altersangabe

In 136 der 158 Fälle mit genauer Altersangabe waren die Welpen nachweislich zu jung für einen legalen Grenzübertritt, also in 86,08 Prozent. In 46 Fällen – 29,11 Prozent – waren die Tiere jünger als acht Wochen, in 15 dieser Fälle sechs Wochen alt oder jünger. Die maßgebliche Altersgrenze folgt aus der EU-Verordnung 576/2013 und liegt faktisch bei 15 Wochen; die Einfuhrformalitäten selbst sind nicht Gegenstand dieser Seite.

Sechs Wochen bedeutet, dass ein Tier die Mutter kaum je verlassen hat. Der VDH führt die „gesetzeswidrige“ Trennung von der Mutter im Alter von fünf oder sechs Wochen ausdrücklich unter den Merkmalen unseriöser Anbieter. In der Auswertung erscheinen diese Tiere später als Behandlungsfälle.

Gesundheitszustand bei Aufgriff

In 73,28 Prozent der 116 Fälle mit Angaben zum Gesundheitszustand zeigten die Tiere Krankheitsanzeichen, häufig mehrere gleichzeitig: Durchfall, Giardien, Spul-, Haken- und Herzwürmer, Kokzidien, Parvovirose. Mindestens 14 Tiere verstarben 2025 während oder in Folge des illegalen Handels. Anfang 2026 kam ein Tollwutfall hinzu, bei einem zu jung und ohne ausreichenden Impfschutz aus Russland importierten Hund.

Welche Rassen gehandelt wurden

Unter den Rassehunden war der Zwergspitz mit 27 Fällen und 19,29 Prozent Spitzenreiter, gefolgt vom Malteser mit 13 Fällen und 9,29 Prozent sowie dem Pudel mit zehn Fällen und 7,14 Prozent. Danach kommen Dackel mit neun und Französische Bulldogge mit acht Fällen. Bei Katzen wurden in 13 Fällen Rassetiere gehandelt, davon acht Mal Scottish Fold – 61,54 Prozent – und drei Mal Britisch Kurzhaar.

Die Anzeige als Vertriebsweg

Belegt ist der Preis: In den dem Deutschen Tierschutzbund vorliegenden Beispielen wurden Hundewelpen auf verschiedenen Onlineplattformen für 1.500 bis 2.000 Euro je Tier angeboten, bei sehr geringen Kosten auf der Erzeugerseite, weil auf adäquate Haltung und tiermedizinische Versorgung in aller Regel verzichtet wird. Nicht belegt ist eine Zeitreihe über Vertriebswege. Wer behauptet, der Handel habe sich vollständig von der Ladefläche ins Netz verlagert, geht über die Quelle hinaus – auch wenn die Preisbeispiele in diese Richtung deuten.

Praktisch relevant ist eine andere Beobachtung. Wird Ihnen eine Übergabe an einer Raststätte, auf einem Parkplatz oder in einer fremden Wohnung angeboten, sehen Sie den Ort nicht, an dem das Tier aufgewachsen ist. Der VDH beschreibt genau diesen Ort bei unseriösen Anbietern als Hinterhof, Keller oder umgebaute Scheune. Es ist zugleich die einzige Stelle, an der sich die Angaben aus einer Anzeige überprüfen lassen.

Illegale Zuchten im Inland

Neben den Importfällen wurden dem Deutschen Tierschutzbund für 2025 elf Fälle illegaler Zuchten innerhalb Deutschlands bekannt. Dabei wurden 210 Tiere beschlagnahmt: 177 Hunde und 33 Katzen, darunter Französische Bulldoggen, Zwergspitze, Border Collies, Labradore, Golden Retriever, Pudel sowie Scottish Fold, Britisch Kurzhaar und Exotic-Shorthair-Mischlinge. Verstoßen wurde unter anderem gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Hundeverordnung. Die Vorstellung, das Problem beginne hinter der Grenze, hält diesen elf Fällen nicht stand.

Wer die Rechnung bezahlt

2025 entstanden den Tierheimen für Unterbringung und Pflege eines beschlagnahmten Hundes oder einer Katze durchschnittlich 16,07 Euro pro Tier und Tag, bei einer Spanne von 9,32 bis 20,62 Euro. Tiermedizinische Kosten sind darin nicht enthalten. In einem dokumentierten Fall summierten sich die Gesamtkosten für vier Welpen im Alter von sechs bis sieben Wochen bis zur Vermittlung auf über 11.000 Euro, knapp 5.000 Euro davon für tiermedizinische Betreuung; einzelne Rechnungen lagen bei 3.702,70 Euro und 4.334,89 Euro zuzüglich 980 Euro Materialkosten.

Diese Beträge trägt kein Händler. Sie werden aus Spenden und aus den Etats der Tierschutzvereine bezahlt, in einer Lage, die ohnehin angespannt ist: 49 Prozent der befragten Tierheime waren nach der Trendumfrage von Mai 2024 voll oder übervoll, nur 18 Prozent hatten noch Aufnahmekapazitäten.

Wo Sie stattdessen suchen können

Diese Seite gehört zu Balu, einer Adoptionsplattform – der Hinweis gehört hierher, weil im nächsten Absatz ein Link darauf folgt. Die Zahlen oben stammen sämtlich vom Deutschen Tierschutzbund, vom VDH und aus der EU-Gesetzgebung und sind über die Quellenliste einzeln nachprüfbar.

Stand der Angaben

Sämtliche Zahlen wurden am 1. August 2026 an der Auswertung des Deutschen Tierschutzbundes mit Bearbeitungsstand Mai 2026 geprüft, die sich auf das Kalenderjahr 2025 bezieht. Die Auswertung erscheint jährlich; Zahlen für 2026 liegen noch nicht vor. Prozentangaben beziehen sich, wie oben im Einzelnen benannt, auf die jeweilige Teilmenge der Fälle mit vollständigen Angaben.

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Quellenverzeichnis

Belege

Jede Zahl auf dieser Seite ist gegen die folgenden Primärquellen geprüft.

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    Herkunft des Hundes – Warnzeichen und Dumpingpreise

    Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e. V., welpen.vdh.de

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    Tierheime sind überfüllt: Nur 18 Prozent haben noch Kapazitäten

    Deutscher Tierschutzbund e. V., Pressemeldung vom 28.08.2024